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Sibylle Mutschler, Clariant

Sibylle Mutschler, Clariant

  • Das Beispiel von Sibylle Mutschler zeigt, dass es manchmal wichtig ist, auf seine innere Stimme zu hören und sich auch nicht vor einem Sprung ins Ungewisse zu fürchten

Ein produktives Sabbatical

„Das Thema Digitalisierung ist etwas, was sich jedes Unternehmen selbst erarbeiten muss. Obwohl gerne das Gegenteil behauptet wird, gibt es keine Standardrezepte“, sagt Sibylle Mutschler, die bei dem Chemieunternehmen Clariant als Head of Digital arbeitet. Dass sie diese Position innehat, in der sie eigene Rezepte für die Digitalisierungsstrategie des Unternehmens entwickelt, hat auch massgeblich mit einem beruflichen Innehalten zu tun: die 48-jährige hat, nachdem sie bereits sieben Jahre in einem Chemieunternehmen gearbeitet hat, gekündigt, ein Sabbatical eingelegt und sich für ein interdisziplinäres Graduiertenkolleg am Karlsruhe Institute of Technologies eingeschrieben, um zu erforschen, wie man „digitale Märkte baut.“

Digitaler Pioniergeist

In diesem Vorhaben war Sibylle Mutschler zur damaligen Zeit, gemeinsam mit ihren Mitstudierenden am Graduiertenkolleg, eine Pionierin. Die Digitalisierung und ihr Einfluss auf den Geschäftsalltag hat, wie sie sagt, „die Chemieindustrie erst Jahre später erreicht.“ Sie hat sich aus einer intrinsischen Motivation heraus ein Kompetenzportfolio aufgebaut, das gefragt war und ist, und sich dabei auch nicht von fehlender Unterstützung ihres damaligen Arbeitgebers abschrecken lassen: „Das Sabbatical hat mein damaliger Arbeitgeber nicht unterstützen wollen, es gab aber Stipendien über die Universität für Menschen über 30. Ich hatte die Einsicht, dass mein Wissen gerade nicht ausreicht, um eine spannende Aufgabe anzupacken und die Lust auf Neues führten dann zur konkreten Veränderung meines Arbeitslebens.“ Sie gehörte dann über den Zeitraum eines Jahres zu den Älteren im Graduiertenkolleg, was sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich brachte: ihr professionelles Wissen wurde oft eingefordert, half ihr aber auch, „auf Grund des Blicks für das Wesentliche sehr schnell voranzukommen.“ Und ihren prophetischen Blick für die Themen der Zukunft hat sie auch danach nicht verloren, als sie eine Zertifizierung als „LeanSigma Master Black Belt“ erworben hat und sich mit „Frühformen dessen, was heute Data Science ist“ beschäftigt hat; ebenfalls ein wichtiges Thema in allen Bereichen der Digitalisierung, natürlich vor allem für ein Chemieunternehmen.

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Das Beispiel von Sibylle Mutschler zeigt, dass es manchmal wichtig ist, auf seine innere Stimme zu hören und sich auch nicht vor einem Sprung ins Ungewisse zu fürchten. Ein Sabbatical ohne die Unterstützung des Arbeitgebers einzulegen, ist mutig, aber wie ihr weiterer Werdegang eindrucksvoll zeigt, die absolut richtige Entscheidung gewesen. Bei Clariant leitet sie die Digitalisierungsvorhaben des Unternehmens, „gemeinsam mit vielen Teams aus verschiedenen Geschäftsbereichen und Funktionen.“ Eine Position mit Verantwortung, in der sie ihr früh erlerntes Wissen über digitale Märkte aus dem Graduiertenkolleg im Feld anwenden kann. Und sie scheint noch nicht am Ende ihrer Lernreise zu sein, wenn sie sich selbst die Frage stellt, ob sie „vielleicht nicht doch noch lernen sollte, fliessend Chinesisch zu sprechen?“

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